Joseph Cardinal Zen Ze-kiun, S.D.B. Joseph Cardinal Zen Ze-kiun, S.D.B.
Function:
Bishop of Hong Kong [Xianggang]
Title:
Birthdate:
Jan 13, 1932
Country:
Hong Kong
Elevated:
Mar 24, 2006
More information:
[link=http://www.catholic-hierarchy.org/bishop/bzenz.html][www.catholic-hierarchy.org]
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German Chinas Christen hoffen auf Kardinal Zen
Mar 04, 2006
Christen in der Volksrepublik haben landesweit mit stillen Dankgebeten die Berufung des Hongkonger Bischofs Joseph Zen Ze-kiuns zum Kardinal gefeiert.

(Die Welt, 28. Februar 2006) Peking - Viele Gläubige erhoffen sich von "unserem ersten chinesischen Kardinal" eine Aussöhnung in ihrer gespaltenen Kirche - der Rom-treuen Untergrundkirche und der offiziellen katholischen Staatskirche. Sie beten auch für ein Ende der Feindschaft zwischen Peking und dem Vatikan. Bereits 2005 hatte sich der Hongkonger Bischof optimistisch über eine Überwindung des Schismas geäußert. Zen sagte nun, daß er als Kardinal einen "formellen und konstruktiven Dialog" für eine Normalisierung der Beziehungen initiieren möchte. Chinas Internet durfte ihn unzensiert verbreiten.

Die Kirchenführung der staatstreuen "Katholischen Patriotischen Vereinigung" Chinas hält sich aber noch bedeckt. Bei den Pekinger Sonntagsmessen wurde die von Papst Benedikt XVI. angekündigte Berufung des 73jährigen Zen nicht angekündigt. Anthony Liu Bainian, Vizevorsitzender der staatlichen Kirche, sagte, daß er persönlich die Ernennung Zens begrüße. Einen offiziellen Glückwunsch oder eine formelle Einladung werde er aber erst aussprechen, "wenn wir wissen, was er als Kardinal tun wird. Die Ansichten dazu sind bei uns gespalten", sagte er in einem Gespräch mit der WELT.

Zen hatte seit 1996 von Hongkong aus Chinas Parteiherrschaft und seine Unterdrückung der Kirche kritisiert. Nach seiner Berufung 2002 zum Erzbischof unterstützte er die Demokratiebewegung noch stärker. Er berief sich auf die trotz Zugehörigkeit Hongkongs zu China für beide Kirchen geltenden Grundsätze der "Nichtunterordnung, Nichteinmischung und gegenseitigen Respekt". Peking sah ihm zähneknirschend zu.

"Wenn der Vatikan Zen mit der Absicht ernannt hat, oppositionelle Kräfte auf dem Festland in ihrem Widerstand zu ermutigen, wird das die Beziehungen noch mehr belasten", so Liu. Es gebe aber auch Stimmen in seiner Kirche, die in der Ernennung ein positives Signal des Papstes sehen. "Skepsis und Mißtrauen in die Absichten Roms überwiegen aber bei uns." Er hoffe darauf, daß sich im Vatikan die Kräfte durchsetzen, die die Aussöhnung suchen: "Alle wissen, daß die Mission im 21. Jahrhundert in Asien, besonders in China liegt. Eine Milliarde Menschen sind nicht gläubig. China ist so groß, daß es mehrere Kardinäle brauchen könnte."

Die künftigen Bischofsernennungen würden zum ersten "Prüfstein", ob der Vatikan auf neuen Konfrontationskurs geht, so Liu. 2005 umgingen Rom und Peking mit Doppelbestätigungen die prinzipielle Streitfrage, wer Bischöfe ernennen darf. Rom akzeptierte zwei von der offiziellen Kirche nominierte Bischöfe für Xian und Shanghai. Noch gibt es keinen Termin für neue Bischofsweihen, sagt Liu.

Die Zeit drängt. Während die Mitgliederzahl der offiziellen Kirche auf 5,4 Millionen Gläubige anstieg, fehlten Priester und Bischöfe. Von 70 Bischöfen Anfang 2005 seien nur noch 62 Bischöfe am Leben. Mehr als 40 Plätze seien verwaist.
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