Brasilianischer Kardinal beklagt zunehmende Verweltlichung
Jun 17, 2007
Der brasilianische Kardinal Geraldo Majella Agnelo hat eine zunehmende Verweltlichung der Gesellschaften in Lateinamerika beklagt.
(Radio Vatikan, 16/06/2007) Die Werte des Evangeliums seien immer weniger Richtschnur im Alltag, und es mangele an Solidarität, sagte der Erzbischof von Sao Salvador da Bahia gestern in Mülheim an der Ruhr. Es bestehe eine Verbindung zwischen einer daraus erwachsenden „Kultur der Banalität“ und der rasanten Zunahme der Gewalt in den Städten, betonte der Kardinal. Agnelo erinnerte daran, dass die katholische Kirche in Lateinamerika eine missionarische Offensive beschlossen habe. Bei ihrer fünften Generalversammlung vom 13. bis 31. Mai im brasilianischen Aparecida hatten die Bischöfe zu einer „Großen Kontinentalen Mission“ in den nächsten zehn Jahren aufgerufen. Damit solle eine „neue intensive Evangelisierung“ erreicht werden, die den kulturellen Gegebenheiten der Länder des Kontinents und der Karibik entspreche. Er rechne damit, dass Papst Benedikt XVI. das bisher unveröffentlichte Schlussdokument der Konferenz innerhalb eines Monats autorisieren werde, meinte Agnelo. Größere Korrekturen seien aber nicht zu erwarten.