Leo Cardinal Scheffczyk † Leo Cardinal Scheffczyk †
Function:
Professor, Ludwig Maximilian University of München
Title:
Cardinal Deacon of San Francesco Saverio alla Garbatella
Birthdate:
Feb 21, 1920
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org, www.leo-cardinal-scheffczyk.org
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German Abschied von Kardinal Scheffczyk
Dec 20, 2005
Am vergangenen Mittwoch versammelte sich am späten Vormittag eine große Trauergemeinde in der Münchner Frauenkirche, um von Kardinal Leo Scheffczyk Abschied zu nehmen.

eutsche Tagespost’, 17.12.2005) München - Auf dem Sarg vor dem Altar lag das rote Kardinalsbirett, das der Verstorbene vor nicht ganz fünf Jahren an seinem einundachtzigsten Geburtstag aus den Händen von Johannes Paul II. auf dem Petersplatz empfangen hatte. Bis zum Sommer diesen Jahres waren Scheffczyk die Kräfte geschenkt, seine rege Vortragstätigkeit und seine unermüdliche publizistische Arbeit fortzusetzen. Am 8. Dezember, dem Hochfest der Immaculata, ist der Priester, Wissenschaftler und Träger der Kardinalswürde in seiner Wohnung in München nach längerer Krankheit im Alter von fünfundachtzig Jahren verstorben.

Der Münchner Erzbischof Kardinal Wetter machte auf die Zeichenhaftigkeit dieses Sterbetages aufmerksam. Die von Scheffczyk verehrte Gottesmutter habe nun den Verstorbenen gewiss mit mütterlicher Hand in die Herrlichkeit ihres Sohnes geführt. Scheffczyk habe nach dem Krieg und dem Verlust seiner schlesischen Heimat in Bayern ein neues Zuhause gefunden. Wetter fasste kurz die akademische Laufbahn des Verstorbenen zusammen: Nach der Priesterweihe durch Kardinal Faulhaber 1947, nach Promotion, Habilitation, Dozententätigkeit und der Berufung als Ordinarius für Dogmatik nach Tübingen 1959 begann 1965 sein zwanzigjähriges Wirken als Dogmatikprofessor in München. Trotz seiner Tätigkeit als Hochschullehrer und Buchautor sei Scheffczyk immer ein den Menschen naher Seelsorger gewesen. Über viele Jahrzehnte hinweg war Scheffczyk in einem Münchner Altenheim priesterlich tätig. Als hochverdienter Mann der Kirche sei Scheffczyk stets demütig, von lauterem Wesen, nobler Gesinnung und gütig im Handeln gewesen. Seinen theologischen Dienst habe er als Dienst für Christus, der die Wahrheit ist, und als Dienst für die Kirche, der vom Herrn die Wahrheit anvertraut wurde, und als Dienst für die Menschen, die nur durch die Wahrheit geheilt werden, verstanden. Die katholische Glaubenswelt sei in ihrer ganzen Weite die geistige Heimat von Leo Scheffczyk gewesen. Was er gelehrt hat, habe er auch gelebt. Mit dem Hinweis auf den Wahlspruch "Den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen" (Eph 3, 8) erschloss der Münchner Erzbischof die Mitte der Sendung des Verewigten: Im Zentrum seines Lebens und Arbeitens habe Jesus Christus gestanden, der allen Reichtum Gottes in sich birgt. Aus dem lebendigen Ergriffensein von Christus habe Scheffczyk in das Sein mit Christus geführt.

Nach dem Requiem verlas der apostolische Nuntius Erzbischof Erwin Josef Ender das Beileidstelegramm von Papst Benedikt XVI. Ein Kondolenzschreiben des nicht anwesenden Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz Kardinal Lehmann, der zusammen mit Professor Scheffczyk 2001 in Rom mit dem Kardinalspurpur ausgezeichnet worden war, wurde ebenfalls vorgetragen. Professor Konrad Hilpert, der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München, würdigte, im Namen der zahlreich anwesenden Professorenschaft, den akademischen Werdegang und die theologischen Verdienste des ersten Mitglieds der Münchner Fakultät, das seit ihrem Bestehen in das Kardinalskollegium aufgenommen wurde.

Während der Sarg aus der Kirche getragen wurde, sang die Trauergemeinde das Wallfahrtslied zur Muttergottes im Dom zu Altenberg "Nun Brüder sind wir frohgemut" und entsprach damit einem Wunsch von Leo Scheffczyk. Mit einer Bitte an die Gottesmutter schließt die letzte Strophe: "Und führe uns in aller Zeit/ mit deinen guten Händen,/ um Gottes große Herrlichkeit/ in Demut zu vollenden." Viele Priester, das Münchner Domkapitel, zahlreiche Bischöfe, darunter der Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, der Bischof von Regensburg Gerhard Ludwig Müller, der Passauer Oberhirte Wilhelm Schrammel, Philip Boyce, Bischof von Raphoe in Irland, der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, die Kardinäle Joachim Meisner, Köln, Georg Sterzinski, Berlin und Nuntius Erwin Josef Ender geleiteten zum Abschied von München den Sarg durch das Domportal zur Überführung nach Bregenz.

Als seine letzte Ruhestätte hat der Kardinal den Friedhof der Gemeinschaft "Das Werk" im Kloster Thalbach in Vorarlberg bestimmt. Der Rektor der geistlichen Familie "Das Werk", Pater Peter Willi nahm als Konzelebrant am Requiem teil. Ohne die allseitige Unterstützung durch diese Gemeinschaft hätte das Kardinalat von Leo Scheffczyk nicht diese Wirksamkeit und bleibende Strahlkraft entfalten können, für die alle Mitfeiernden in München Gott und der Jungfrau Maria gedankt haben.
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