Leo Cardinal Scheffczyk † Leo Cardinal Scheffczyk †
Function:
Professor, Ludwig Maximilian University of München
Title:
Cardinal Deacon of San Francesco Saverio alla Garbatella
Birthdate:
Feb 21, 1920
Country:
Germany
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org, www.leo-cardinal-scheffczyk.org
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German Kardinal Leo Scheffczyk gestorben
Dec 15, 2005
Liebenswürdiger Mensch, bedeutender Theologe, frommer Priester

München, 9. Dezember 2005 (erzbistum-muenchen.de) - Der Münchner Theologieprofessor Kardinal Leo Scheffczyk ist am Donnerstagabend, 8. Dezember, kurz vor Vollendung seines 86. Lebensjahres in seiner Münchner Wohnung an den Folgen einer schweren Erkrankung gestorben. Am 21. Februar 2001, seinem 81. Geburtstag, hatte Papst Johannes Paul II. den international renommierten Theologen in das Kardinalskollegium aufgenommen. Der Papst ehrte damit einen Theologen, der sich in mehr als 1.200 Veröffentlichungen zu praktisch allen Fragen des kirchlichen Lebens profiliert geäußert hat. Kardinal Scheffczyk gehörte der geistlichen Familie „Das Werk“ (FSO) an, einer 1938 gegründeten internationalen Gemeinschaft, die mit insgesamt 10 Niederlassungen vor allem in Europa und im Heiligen Land vertreten ist und deren Münchner Niederlassung seit 1964 besteht.

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, so wie die Verantwortlichen der in zehn Ländern tätigen geistlichen Familie „Das Werk“, Pater Peter Willi FSO, und Mutter Katharina Strolz FSO, würdigten den Verstorbenen in einer gemeinsamen Todesanzeige. Scheffczyks Wirken als Priester und theologischer Lehrer sei vom Verlangen erfüllt gewesen, „zur Ehre Gottes, zum Heil der Seelen und zur Stütze des Lehramtes der Kirche die geoffenbarte Wahrheit darzulegen und zu bezeugen“. Kardinal Scheffczyk sei ein seiner schlesischen Heimat und dem Bayernland sehr verbundener liebenswürdiger Mensch gewesen, ein bedeutender und einflussreicher Lehrer der Theologie und ein frommer Priester, der die Menschen im Glauben ermutigt und bestärkt habe.

Der am 21. Februar 1920 in Beuthen, mitten im oberschlesischen Kohlerevier, geborene und aufgewachsene Scheffczyk gehörte dem Erzbistum Breslau an. Nach der Vertreibung lebte er in Bayern und wurde von Kardinal Michael Faulhaber am 29. Juni 1947 im Freisinger Dom zum Priester geweiht. In seinen Predigten finden sich oft Hinweise auf berühmte schlesische Landsleute, so die Dichter Angelus Silesius und Joseph von Eichendorff, die er gern zitierte. Als Kardinal der katholischen Weltkirche sah er sich vor allem als Vermittler von Werten, die über das rein Humanitäre hinausgehen. Wenn das Humane nicht von Kräften aus der Welt des Übernatürlichen durchwirkt und erhoben sei, so sein Fazit, drohe ihm die Selbstzerstörung. Kardinäle seien, wie sie es im Treueversprechen gegenüber dem Papst formulierten, aufgefordert, „zum Wachsen des christlichen Glaubens, der Freiheit und der Mission der Kirche beizutragen“.

Er prägte viele Seelsorger im deutschsprachigen Raum
20 Jahre lang war Leo Scheffczyk bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1985 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München als Nachfolger des berühmten Michael Schmaus Professor für Dogmatik. Als theologischer Lehrer im Priesterseminar in Königstein im Taunus, an der Universität Tübingen und zuletzt an der Universität München hat er viele Seelsorger im deutschsprachigen Raum geprägt. Der Wissenschaftler galt als Bewahrer der geistigen Autonomie der Theologie, der auch in der öffentlichen Auseinandersetzung um den katholischen Glauben und die Lehre der Kirche immer wieder offensiv Position bezog und Flagge zeigte. Ein halbes Jahrhundert habe er die Wahrheit des Glaubens der Kirche unverfälscht und mit Würde gelehrt, hatte Kardinal Wetter den Theologen zu seinem 85. Geburtstag noch im Februar dieses Jahres gewürdigt.

Der Theologe Scheffczyk hat mehr als 80 Bücher und Einzelzeitschriften, über 500 Abhandlungen und Aufsätze, rund 400 wissenschaftliche Rezensionen und zahlreiche Lexika-Artikel verfasst. Herausragende Titel sind „Dogma der Kirche – heute noch verstehbar?“, „Maria, Leitbild der Christen“, „Maria, Mutter und Gefährtin Christi“, „Katholische Glaubenswelt“ und „Christus Gottessohn“. In dem Buch „Entschiedener Glaube – befreiende Wahrheit“ ist ein ausführliches Gespräch mit ihm „über das Katholische und die Kirche“ dokumentiert. Scheffczyk war Mitherausgeber des Handbuchs der Dogmengeschichte, eines Standardwerkes. Von 1966 bis 1984 arbeitete er als Mitherausgeber der „Münchner Theologischen Zeitschrift“. Er war Mitglied der geisteswissenschaftlichen Sektion der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Für den Päpstlichen Rat für die Familie und für die Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz wirkte er als Berater. Die Opus-Dei-Universität in Pamplona verlieh ihm 1994 unter anderem wegen seiner Beiträge zur Menschenwürde den Ehrendoktortitel. Die sechsbändige Ausgabe des ersten deutschen Marien-Lexikons, ein Standardwerk, hat er mit herausgegeben.

Seelengottesdienste, Sterberosenkranz und Beerdigung

Für den verstorbenen Kardinal Scheffczyk wird Kardinal Wetter am kommenden Mittwoch, 14. Dezember, um 10.30 Uhr im Münchner Liebfrauendom ein Pontifikalrequiem zelebrieren. Bereits am Dienstagmorgen, 13. Dezember, wird der Sarg in den Münchner Liebfrauendom gebracht und aufgebahrt. Die Gläubigen sind zum stillen Gebet für den Verstorbenen eingeladen. Mitglieder der geistlichen Familie „Das Werk“ werden den ganzen Tag über eine Gebetswache im Dom halten, die um 18.30 Uhr in den Sterberosenkranz für Leo Scheffczyk mündet. Tag der Beerdigung ist der Donnerstag, 15. Dezember. In der Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz, Vorarlberg, wird der wie Scheffczyk aus Schlesien stammende Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, um 11.00 Uhr ein Pontifikalrequiem halten. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof der geistlichen Familie „Das Werk“ im Kloster Thalbach, Bregenz.
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