Paul Cardinal Shan Kuo-hsi, S.J. Paul Cardinal Shan Kuo-hsi, S.J.
Function:
Bishop of Kaohsiung, Taiwan
Title:
Cardinal Priest of S Crisogono
Birthdate:
Dec 03, 1923
Country:
Taiwan
Elevated:
Feb 21, 1998
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German "Unsere Mission als Brücke der Kirche zu China"
Nov 30, 2004
Vom 21. bis 31. Januar 2002 hielten sich die Bischöfe aus Taiwan zum alle fünf Jahre stattfindenden Ad limina-Besuch in Rom auf. Fides sprach mit dem Bischof von Kaohsiung, Kardinal Paul Shan Kuohsi.

(Fides - 8/2/2002) Einige Bischöfe nahmen auch am interreligiösen Friedensgebet in Assisi teil. Gemeinsam unternahmen die Bischöfe eine Wallfahrt zur Benediktinerabtei in Montecassino südlich von Rom.

Eminenz, welche Bilanz würden Sie zum Ad limina-Besuch der Bischöfe aus Taiwan ziehen?
Wir haben uns 10 Tage lang in Rom aufgehalten und durften dreimal den Heiligen Vater treffen. Jeder Bischof konnte auch ein Einzelgespräch mit dem Papst führen. Der Papst ist sehr an der Missionstätigkeit in unseren Diözesen und an den Beziehungen zwischen der Kirche in Taiwan und der Kirche in China interessiert. 1984 hat der Papst den Bischöfen von Taiwan eine besondere Aufgabe übertragen: Sie sollen Brücke zwischen der Kirche in China und der Weltkirche sein. Der Papst unterstützt diese Mission, die von grundlegender Bedeutung ist, sehr.

Wie sieht die Tätigkeit einer Kirche mit Brückenfunktion aus?
Mit sehr bescheidenen Mitteln versuchen wir unser Bestes zu tun: Vor allem beten wir für die Kirche in China; außerdem versuchen wir die Kirche in China bei der Aussöhnung zwischen der sogenannten "Untergrundkirche" und der "offiziellen" Kirche zu unterstützen. Wenn wir einen Vergleich mit 1984 anstellen wollen, so gibt es heute sehr viel mehr Kontakte zwischen Christen in Taiwan und Christen in China. Wir haben gemeinsam liturgische Schriften veröffentlicht; Kirchendokumente, die in Taiwan übersetzt wurden, werden in China benutzt. Vor allem aber bemühen wir uns um Aussöhnung: Beide Zweige der Kirche haben unter der Verfolgung gelitten und teilen denselben Glauben. Die meisten Gläubigen der offiziellen Kirche erkennen den Papst als Leitfigur und Lehrer des universellen Glaubens an. Auch sie leiden unter der zu strengen Kontrolle der Regierung. Wenn es einmal die Religionsfreiheit geben wird, werden die beiden Zweige der Kirche zeigen, dass sie zutiefst vereint sind.

In den vergangenen Jahren hat es zahlreiche Angebote der Öffnung seitens des Vatikans gegenüber China gegeben. Auch der Papst hat seine Liebe zum chinesischen Volk zum Ausdruck gebracht...
Die Kirche ist sehr aufrichtig und möchte den Dialog und die Beziehungen zu Peking fördern. Doch bisher kann ich keine Reaktion oder positive Zeichen seitens Chinas sehen. Die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und China scheinen nicht zu den Prioritäten der Agenda der chinesischen Regierung zu gehören. Ende dieses Jahres wird der Kongress der Kommunistischen Partei stattfinden, bei dem es Änderungen in den Führungsreihen geben wird. Die heutigen Führungskräfte beschäftigen sich vor allem damit. Die zukünftigen Führungskräfte haben sich noch nicht gefestigt und möchten sich nicht äußern, um keinen Machtkampf hervorzurufen. Ich fürchte, wir werden noch zwei bis drei Jahre warten müssen, bevor wir erste Zeichen erkennen können. Es muss eine neue Führungsschicht entstehen, die ihre Position zu konsolidieren hat.

Welche Vorteile würden Beziehungen zum Papst und die Religionsfreiheit für das Volk der chinesischen Regierung bringen?
China spielt weltweit eine bedeutende Rolle unter politischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Wenn diplomatische Beziehungen zum Vatikan zustande kommen und die Religionsfreiheit gewährleistet wird, würde dies das internationale Prestige sehr verbessern. Man könnte wirklich zu einer angesehenen internationalen Macht werden, die Demokratie und deren Achtung in die Wirklichkeit umsetzt. Auf diese Weise könnten die Menschen auf der ganzen Welt China schätzen und der Nation mehr Vertrauen schenken.

Wie steht es um die Mission der Kirche in Taiwan? Haben Sie bei diesem Besuch in Rom Empfehlungen erhalten?
Wir haben ein sehr klares Bild von unserer Mission. Wir müssen der Gesellschaft in Taiwan dabei helfen, die spirituellen Werte neu zu entdecken. Die Gesellschaft Taiwans ist heute sehr materialistisch geprägt. Die Menschen streben nur nach materiellen Dingen. Die Kirche muss spirituelle Werte anbieten. Vor allem müssen wir die Werte der Familie konsolidieren. Die chinesische Kultur misst der Familie großen Wert bei; sie ist Mittelpunkt der Erziehung der Kinder und Grundlage für die Stabilität der Gesellschaft. Leider gibt es in der heutigen Zeit in Taiwan sehr viele Ehescheidungen und getrennt lebende Familien. Deshalb bedarf es einer pastoralen Betreuung für katholische Familien, die reich an Glauben, Hoffnung und Liebe sein sollten und auf diese Weise selbst Zeichen der Evangelisierung unter nichtchristlichen Familien setzten können. Aus diesem Grund möchten wir Laien und Ordensleute zusammen mit den Pfarreien zunehmend in die Evangelisierungstätigkeit einbeziehen, damit alle gemeinsam eine wahre Familien-Gemeinschaft darstellen. Das Problem der getrennten Familien hat auch in China dramatische Ausmaße.
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