Jozef Cardinal Tomko Jozef Cardinal Tomko
Function:
Prefect Emeritus of Evangelization of Peoples, Roman Curia
Title:
Cardinal Priest of S Sabina
Birthdate:
Mar 11, 1924
Country:
Slovakia
Elevated:
May 25, 1985
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Slowakei: Kurienkardinal Tomko weihte neuen Erzbischof von Trnava
Jun 10, 2009
Mit dem neuen Erzbischof Robert Bezak wird nach den Worten Tomkos "die Linie einer neuen Etappe im Leben der katholischen Kirche in der Slowakei und in Trnava fortgesetzt"
08.06.2009

Pressburg, 08.06.2009 (KAP) Im Dom von Trnava (Tyrnau) ist am Samstag P. Robert Bezak zum Bischof geweiht und in sein Amt als Erzbischof der Erzdiözese Trnava eingeführt worden. Die Handauflegung und Salbung nahm der emeritierte Kurienkardinal Jozef Tomko vor. Mitkonsekratoren waren der Apostolische Nuntius in der Slowakischen Republik, Mario Giordana, und der Erzbischof von Bratislava (Pressburg) und Metropolit der Westslowakischen Kirchenprovinz, Stanislav Zvolensky. Den Gottesdienst feierten auch Erzbischöfe und Bischöfe aus Deutschland, Tschechien, Ungarn und Polen mit.

Erzbischof Bezak war zuletzt Oberer der Redemptoristenniederlassung in Banska Bystrica-Radvan und Moderator der örtlichen Pfarre. Bezak ist Jahrgang 1960. 1979 trat er bei den Redemptoristen ein, die damals noch im Untergrund wirken mussten. Er studierte in Pressburg Theologie und wurde 1984 in Banska Bystrica zum Priester geweiht. Er war zunächst Kaplan und Pfarrverweser in verschiedenen slowakischen Pfarrgemeinden, bevor er von 1990 bis 1993 an der "Accademia Alfonsiana" Moraltheologie studierte. Von 1993 bis 2005 war er Vizeprovinzial der slowakischen Redemptoristen und in dieser Funktion auch Vorsitzender der Konferenz der Höheren Ordensoberen in der Slowakei; zugleich lehrte er Moraltheologie in Banska Bystrica und Trnava. Von 2005 bis 2008 war P. Bezak Administrator des Marienheiligtums von Stare Hory.

In seiner Homilie erinnerte Kardinal Tomko eingangs an die Installierung von Bezaks Vorgänger Jan Sokol "im September des Umbruchsjahres 1989", an der er selber teilgenommen habe. "Bei seinem Abgang wünschen wir ihm die verdiente Ruhe und den Lohn des Herrn für alles Gute, das er getan hat", so Tomko wörtlich.

Weiters erinnerte Tomko an den September 2003, als er im "slowakischen Rom" Papst Johannes Paul II. habe begrüßen können. Die nunmehrige Weihe von Erzbischof Bezak setze "die Linie einer neuen Etappe im Leben der katholischen Kirche in der Slowakei und in Trnava fort".

Die neue Etappe bedeute "neuen Elan und eine Wiedergeburt im Geiste". Auftakt sei die Aufteilung mehrerer Diözesen, darunter auch jener von Trnava, gewesen. Dabei habe der Papst Trnava den Titel einer Erzdiözese und deren Hirt die Würde eines Erzbischofs belassen.

In der Aufzählung jener Gruppen, die auf den Einsatz des neuen Erzbischofs warten, erwähnte Tomko auch die ungarische Minderheit. Im Hinblick auf Bezaks Umgänglichkeit und jugendliches Alter nannte er auch die Jugend, der er aber auch "Opfer für hohe Ideale abverlangen" solle.

Besondere Aufmerksamkeit fanden in den slowakischen Medien Bezaks erste Aussagen zur Amtsführung seines Vorgängers Erzbischof Jan Sokol. Zu dessen in einem Fernsehinterview geäußerter Meinung, den Slowaken sei es im "Slowakischen Staat" zur Zeit des Dritten Reiches gut gegangen, meinte er, die Entstehung dieses Staates verurteile er nicht, sehr wohl aber dessen Politik nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Im Hinblick auf die vom Priesterpräsidenten Jozef Tiso gebilligte erste registrierte Deportation von Juden nach Auschwitz erklärte Erzbischof Bezak, 990 Männer und Frauen könnten "nicht so einfach verschwinden". Die Frage sei für ihn, ob Tiso "im Jahre 1942 als katholischer Priester nicht vielleicht auch hätte reagieren können, indem er sagt: Ich trete zurück".

Bezak stellte sich auch der Anfrage über das weitere Vorgehen in der Causa des Grundstück-Deals von Erzbischof Sokols. Beim Übertritt Sokols in den Ruhestand waren Anschuldigungen laut geworden, er habe einen als ehemaligen Agenten des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes kompromittierten Mitarbeiter durch Zahlung von 16,6 Millionen Euro gefügig gemacht und einen Grundstückverkauf in Pressburg unter Umgehung des im Kirchenrecht vorgesehenen Zahlungsmodus getätigt. Bezak erklärte nun dazu, er sei "gewiss nicht froh über alle Fälle, die mit der Erzdiözese in Verbindung gebracht werden". Er werde sowohl das Gespräch mit seinem Vorgänger suchen als auch eine "allgemeine Wirtschaftsprüfung vornehmen lassen".
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