Paul Augustin Cardinal Mayer, O.S.B. Paul Augustin Cardinal Mayer, O.S.B.
Function:
President Emeritus of Ecclesia Dei, Roman Curia
Title:
Cardinal Priest of S Anselmo all'Aventino
Birthdate:
May 23, 1911
Country:
Germany
Elevated:
May 25, 1985
More information:
www.catholic-hierarchy.org
Send a text about this cardinal »
View all articles about this cardinal »
German Kardinal Mayer erlebte neun Pontifikate
May 29, 2006
Neun Päpste hat er erlebt, davon sieben aus nächster Nähe. Paul Augustin Kardinal Mayer aus dem bayerischen Altötting wird am 23.Mai 95 Jahre alt.

(Rheinischer Merkur, 18.05.2006) Der Kurienkardinal aus dem Benediktinerorden und Ehrenpräfekt, ältester deutscher Purpurträger, ist noch guter Dinge. Er lebt zurückgezogen in seiner Wohnung am Vatikan, liebevoll betreut von zwei amerikanischen Ordensschwestern.

Geboren wurde der Generalssohn unter Pius X. Er war im Alter von zehn Jahren, als Benedikt XV. im Januar 1922 starb. Kardinal Mayer: „Ich habe mich gefreut, als der jetzige Heilige Vater sich Benedikt XVI. nannte, denn den Namensvorgänger hatte ich gut in Erinnerung.“ Von Pius XI. erhielt der nach Rom versetzte Benediktiner während des Theologiestudiums schon einen besonderen Segen. Bewunderung für Pius XII. Dann „die Herzlichkeit“ des Konzilspapstes Johannes XXIII. 1960 wurde Mayer Sekretär einer Vorbereitungskommission.

Mit diesem seligen Pontifex beginnen seine persönlichen Erinnerungen. Einmal habe Johannes XXIII. erzählt, dass er anfangs mit dem Priesterberuf Probleme hatte, weil er bei der Seminaristenrobe „30 Knöpfe morgens und 30 Knöpfe abends“ öffnen oder schließen musste. Lästig sei es dem Bauernsohn gewesen, dass er im Seminar anders als zu Hause auf dem Land ein Taschentuch benutzen musste. „Das war so herzig von ihm“, erinnert sich Mayer.

Paul VI. verlangte ihm eine schwere Entscheidung in wenigen Stunden ab. Gern wäre er 1966 Abt in Metten geworden. Doch Paul VI. berief ihn 1971 an die Ordenskongregation und weihte ihn zum Bischof: „Wenn der Papst ruft, kann man da Nein sagen?“ Seit 35 Jahren ist Paul Augustin Mayer nun in Rom. Johannes Paul II. zeichnete ihn 1985 mit der Kardinalswürde aus. Danach wurde er Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, später auch Präsident der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei. Wie die Menschen den Tod des Papstes im April 2005 erlebten, sei ergreifend gewesen. „Ich war hier drei Tage und Nächte wie eingeschlossen, draußen die wartenden Menschenmassen, die alle den aufgebahrten Johannes Paul im Petersdom sehen wollten.“

Weil er Bayer wie Benedikt sei, lebe er seit der Papstwahl in einer besonderen Zeit, sagt Mayer. „Wenn eine noch größere Aufgabe auf dich zukommen sollte, bitte schlage sie nicht ab“, habe er während der Generalkongregationen zur Vorbereitung des Konklaves an Ratzinger geschrieben. Als Papst gebe jener der Kirche „klare Orientierung, nicht in der Kälte, sondern in der Wärme eines liebenden Herzens“. Neulich wurde er vor einem gemeinsamen Essen zum Zwiegespräch gerufen. „Es ist ergreifend, dass er sich des alten bayerischen Landsmannes erinnert, der sozusagen aufdie Schutthalde des Vergessens gehörte“, sagt der Kardinal bescheiden.
30 READERS ONLINE
INDEX
back to the first page
printer-friendly
CARDINALS
in alphabetical order
by country
Roman Curia
under 80
over 80
deceased
ARTICLES
last postings
most read articles
all articles
CONTACT
send us relevant texts
SEARCH