Vatikanische Finanzverwaltung
Oct 16, 2004
Kardinal Szokas Vorgänger Kardinal Giuseppe Caprio konnte als Diplomat keine adäquaten Kenntnisse vorweisen. Seine Jahre als Chef der Wirtschaftspräfektur waren von Versäumnissen, Defiziten und Fehlentscheidungen (speziell bei der Behandlung der Rentenfrage) geprägt.
(Deutsche Tagespost, 29.08.2002) Mittlerweile ist das Gespenst des Defizits in den Vatikan zurückgekehrt. Kardinal Szoka, der 1997 Präsident der vatikanischen Staatsverwaltung wurde und sich beim Heiligen Stuhl mit einem „Rekord-Plus“ von fast elf Milionen Dollar verabschiedete, hatte bei der Arbeit als Leiter der Wirtschaftspräfektur von seiner Zeit als Bischof von Gaylord (1971–1981) und Erzbischof von Detroit (1981–1990) profitieren können.
Schon 1981 hatte Papst Johannes Paul II. die Erfahrungen von im Umgang mit umfangreichen Budgetmitteln geübten Diözesanbischöfen nutzen wollen, als er den Kardinalsrat zum Studium der organisatorischen und wirtschaftlichen Probleme des Heiligen Stuhls gründete. Die hier tagenden Bischöfe haben aber als nur zwei Mal jährlich nach Rom kommende Berater keinen Einfluss auf die Arbeit der vatikanischen Behörden.
Szokas Nachfolger als Präsident der Wirtschaftspräfektur, Kardinal Sergio Sebastiani, verfügt als Kurialdiplomat über keinerlei betriebswirtschaftliche Qualifikation oder Erfahrung im Umgang mit Haushaltsmitteln.
Schon Szokas Vorgänger Kardinal Giuseppe Caprio konnte als Diplomat keine adäquaten Kenntnisse vorweisen. Seine Jahre als Chef der Wirtschaftspräfektur waren von Versäumnissen, Defiziten und Fehlentscheidungen (speziell bei der Behandlung der Rentenfrage) geprägt. In den achtzigern Jahren fasste Caprio seine Weigerung, Informationen zur vatikanischen Finanzsituation bekanntzugeben, mit den Worten zusammen: „Die Gutgläubigen glauben uns ohnehin, und die Böswilligen glauben uns auch dann nicht, wenn wir Zahlen publizieren.“