Tarcisio Cardinal Bertone, S.D.B. Tarcisio Cardinal Bertone, S.D.B.
Function:
Secretary of State, Italy
Title:
Cardinal Priest of Our Lady of Succour in Via Tuscolana
Birthdate:
Dec 02, 1934
Country:
Italy
Elevated:
Oct 21, 2003
More information:
www.catholic-hierarchy.org, www.diocesi.genova.it
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German Bertone: "Der Papst trifft keine einsamen Entscheidungen"
Dec 28, 2009

Vatikanstadt-Paris, 17.12.2009 (KAP) Benedikt XVI. trifft keine "einsamen Entscheidungen", bei denen er sich nur auf sich selbst verlasse. Dies betonte Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone in einem Interview mit dem französischen katholischen TV-Sender "KTO". Wörtlich meinte Bertone: "Der Papst ist ein sehr brüderlicher Mensch, der sich häufig beraten lässt und gut zuhört. Er ist ein Mann des Zuhörens und arbeitet in sehr kollegialer Weise. Als er noch Präfekt der Glaubenskongregation war, sammelte er einmal im Monat an einem Freitag regelmäßig alle Mitarbeiter um sich und stellte auch noch dem Jüngsten interessierte Fragen über ein Thema, an dem dieser gearbeitet hatte. So verschafft er sich ein komplettes Bild".

Der Papst habe daher auch die regelmäßigen Audienzen mit den Chefs der verschiedenen Kurienämter wieder eingeführt, sagte der Kardinal-Staatssekretär. Bertone selbst ist jeweils am Montag an der Reihe, am Dienstag kommt der Substitut im Staatssekretariat, Erzbischof Fernando Filoni, und am Mittwoch wird der vatikanische "Außenminister", Erzbischof Dominique Mamberti, gehört. Auch bei den Ad-Limina-Besuchen von Bischöfen aus allen Teilen der Welt verschaffe sich der Papst ein genaues Bild von der Lage in den Ortskirchen, betonte Bertone.

Der Kardinal-Staatssekretär verteidigte in dem Interview das Zugehen Benedikts XVI. auf die "Pius-Brüder": Dem Papst sei aber bewusst, dass die innere Einheit der Kirche eine der wichtigsten Prioritäten seines Pontifikates sein müsse. Wörtlich meinte Bertone: "Der Papst ist sehr beunruhigt über die Probleme, die mit der schismatischen Situation der Anhänger von Erzbischof Lefebvre zusammenhängen. Er hat ja 1988 selbst den Dialog mit Lefebvre geführt auf die Bitte von Johannes Paul II.; ich gehörte zu seinem damaligen Beraterstab. Er sah damals die Ursache dieser Spaltung mit eigenen Augen, und die Notwendigkeit, die Einheit im Inneren der katholischen Kirche wieder herzustellen".

Dem Papst liege gleichzeitig aber auch die Ökumene sehr am Herzen. Natürlich gebe es mehr Affinitäten zur orthodoxen Welt, "weil wir sehr viel gemeinsam haben". Mit der protestantischen Welt gebe es mehr Diversität - und mehr Schwierigkeiten. Aber der Dialog gehe voran, und die Wertschätzung, "die dieser Theologen-Papst bei vielen genießt, ist eine Basis für diesen Dialog und für ein Wachstum der Beziehungen".
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