Wetter als dienstältester Bischof verabschiedet
Feb 18, 2008
Lehmann rühmt Münchner Kardinal als Mann des Ausgleichs.
(AP/PR-inside.com 17.02.2008) München - Mit einem Festgottesdienst ist der dienstälteste deutsche Bischof, Kardinal Friedrich Wetter, am Sonntag in der Münchner Frauenkirche in den Ruhestand verabschiedet worden. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann würdigte Wetter in seiner letzten Amtshandlung als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz als einen Mann des Ausgleichs: «Er hat nicht Gräben aufgerissen und vertieft, sondern Gemeinsamkeiten gesucht.
Wetter, der am kommenden Mittwoch seinen 80. Geburtstag feiert, war 25
Jahre Erzbischof von München und zuvor 15 Jahre Bischof von Speyer. Er sei «rückschauend unendlich dankbar», sagte Wetter und warb für mehr Gottvertrauen. «Habt keine Angst vor der Zukunft», sagte der Kardinal in der Messe, an der auch der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein und der neue Münchner Erzbischof Reinhard Marx teilnahmen.
Lehmann sagte, Wetter habe «Festigkeit in Grundsatzfragen und erstaunliche Beweglichkeit» bei allem anderen bewiesen. Still, aber mit wachem Sinn für die Gegenwartsfragen habe er «Kontinuität und Verlässlichkeit in die Bischofskonferenz gebracht». Ein Vierteljahrhundert lang habe Wetter die Glaubenskommission geleitet, und stets sei er auf Ausgleich und Versöhnung bedacht gewesen und nie in Polemik verfallen. «Ein herzliches Vergelt's Gott für Ihren großen Einsatz», sagte Lehmann unter dem Beifall der Gottesdienstbesucher in der vollbesetzten Frauenkirche. Wetter bedankte sich lachend und mit Tränen in den Augen. Vor der Dompforte wurde er anschließend von Gebirgsschützen mit Ehrensalut erwartet.
Der gebürtige Pfälzer Wetter war 1982 zum Nachfolger von Erzbischof Joseph Ratzinger - des heutigen Papstes Benedikt XVI. - in München berufen worden. Nach 25 Jahren an der Spitze des zweitgrößten deutschen Bistums übergab er das Amt vor zwei Wochen an Marx.
Lehmann sagte, es sei sehr selten, dass ein Bischof noch mit fast 80 Jahren sein Amt ausübe. Wetter sei immer «Professor im Wortsinn, mutiger Bekenner der Wahrheit und des Glaubens» geblieben und habe «beispiellose Treue und Verlässlichkeit» bewiesen.
Wetter sagte, er habe Freude am Leben und am Dienst und schaue auf 80 erfüllte Jahre zurück. Nach seiner Versetzung aus seinem Heimatbistum Speyer habe er in Oberbayern «Land und Leute kennen und lieben gelernt». Gottes Ruf sei aber «immer ein Ruf nach vorne, ein Ruf, das Bisherige zu verlassen». Er gehe dankbar und in der Gewissheit, dass Gott es gut mit den Menschen meine.