Ein Abschied auf Raten
Jun 09, 2007
Das letzte Fronleichnamsfest als Oberhirte des Erzbistums München und Freising: Kardinal Friedrich Wetter nimmt langsam Abschied. Über seine Nachfolge wird weiter spekuliert.
(Merkur, 09.06.2007) München - Gut gelaunt und bestens aufgelegt hatte sich der Apostolische Administrator - so lautet der Titel Friedrich Wetters seit seinem offiziellen Rücktritt im Februar - am Fronleichnamstag beim Festlichen Abend in der Katholischen Akademie in München präsentiert. Auch bei dieser Gelegenheit wird freilich über die Nachfolge des beliebten Kardinals spekuliert, dem in seinem Erzbistum große Sympathien bekundet werden.
Immer wieder als potenzieller Wetter-Nachfolger genannt wird der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der als Münchner Erzbischof auch zum Kardinal aufsteigen könnte. Hartnäckig hält sich auch der Name von Papst Benedikts Privatsekretär Georg Gänswein. Will der Papst seinem engsten Mitarbeiter eine Karriere im Episkopat ermöglichen, so wäre der 50-jährige Gänswein ein Kandidat für München-Freising. Zumal der promovierte Kirchenrechtler München durch einen mehrjährigen Studienaufenthalt kennt. Dagegen spricht, dass es wenig vorstellbar ist, dass sich der 80-jährige Papst noch an einen neuen Privatsekretär gewöhnen möchte. Beim Festlichen Abend in der Katholischen Akademie am Fronleichnamstag wurde auch der Name eines ehemaligen Ratzinger-Sekretärs gehandelt: Josef Clemens, aus Siegen/Erzbistum Paderborn stammender Theologe, war 19 Jahre lang Privatsekretär von Ratzinger, als dieser oberster Glaubenschef war. Inzwischen ist Clemens Kurienbischof und Sekretär des Päpstlichen Laienrates - ein enger Vertrauter der Papstes. Genannt werden seltener der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, oder der Oberhirte von Rottenbuch-Stuttgart, Gebhard Fürst. Vielleicht gelingt dem Papst wieder eine Überraschung - wie in Eichstätt. Den Benediktiner abt von Plankstetten, Gregor Maria Hanke, hatte kaum jemand auf seiner Liste.