Noch Klärungsbedarf
Mar 15, 2007
Der Münchner Kardinal Friedrich Wetter sieht in der aktuellen Diskussion um die Kinderbetreuung in Deutschland noch erheblichen Klärungsbedarf.
(kna 15.03.2007) Vor allem dürfe der verfassungsmäßig garantierte Schutz von Ehe und Familie nicht vergessen werden, sagte Wetter heute in Freising zum Abschluss der Frühjahrsversammlung der bayerischen Bischöfe. Angesprochen auf die Politik der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) äußerte er die Hoffnung, dass diese den Familien helfen und sie nicht kaputt machen wolle.
Selbstverständlich gebe es heute Situationen, in denen Mütter aus vielfältigen Gründen berufstätig sein müssten. Deshalb wollten die Bischöfe berufstätige Mütter auch unterstützen, betonte der Kardinal. Die Kritik der Kirche richte sich aber gegen eine Politik, die einseitig fördere, dass Eltern ihre Kinder schon früh in ein Fremdbetreuungssystem abgeben und dies zum Regelfall werde.
Zum Ökumenischen Kirchentag von 2010 in München meinte Wetter, er wolle den Blick auf das gemeinsam Mögliche zwischen den christlichen Kirchen lenken. Das Bemühen um die Einheit der Christen sei zwar eine beständige Verpflichtung; schnelle Lösungen könnten jedoch um der Ernsthaftigkeit und Trägfähigkeit willen nicht erzwungen werden.