Friedrich Cardinal Wetter Friedrich Cardinal Wetter
Function:
Archbishop of München und Freising, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Stefano al Monte Celio
Birthdate:
Feb 20, 1928
Country:
Germany
Elevated:
May 25, 1985
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Entzug der Lehrerlaubnis für Professor Jilek war richtig
Oct 06, 2004
Kardinal Wetter nimmt Stellung zum Entzug der Lehrerlaubnis für den Liturgiker August Jilek: „Jeder andere Bischof hätte ebenso entscheiden müssen“

München, 6. Oktober 2004 (ok) Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, stellt sich hinter die Entscheidung des Bischofs von Regensburg, Ludwig Gerhard Müller, dem Professor für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg, August Jilek, die Lehrbefugnis zu entziehen. Die Entscheidung Müllers sei in der Sache richtig und auch angesichts der von Jilek vertretenen Position unausweichlich gewesen, erklärte der Kardinal am Mittwoch, 6. Oktober, in München. Jeder Bischof einer anderen deutschen Diözese hätte ebenso entscheiden müssen, sagte Wetter.

Der Vorgang sei zu bedauern, aber Jilek habe die Konsequenzen seines Vorgehens selbst zu verantworten. Er habe seine Absicht, die katholische Kirche zu verlassen, dem bayerischen Wissenschaftsministerium wie auch dem für ihn als Diakon zuständigen Diözesanbischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, unmissverständlich dargelegt. Auch sein Ausscheiden als Diakon hatte er dabei angekündigt. In dieser Situation habe Bischof Müller handeln müssen, und er habe dies im Einvernehmen mit der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz und dem Apostolischen Stuhl getan.

Als besonders bedauerlich bezeichnete es Kardinal Wetter, dass Professor Jilek nicht den dringenden Bitten und Ermahnungen von Kardinal Lehmann gefolgt sei. Dieser habe ihn eingehend auf theologische und kirchenrechtliche Konsequenzen aufmerksam gemacht, ihn aber auch in mitbrüderlicher Weise gebeten, seine Position noch einmal zu überdenken. Das Gesprächsangebot Kardinal Lehmanns habe Jilek als derzeit nicht sinnvoll zurückgewiesen. Wenn es ihm um die Klärung einer Gewissensentscheidung gegangen wäre, hätte er diesen Weg gehen können und müssen, erklärte der Kardinal. Niemand hätte ihm dann den Respekt versagen können. So aber bleibe der Eindruck zurück, dass die Absichtserklärung des Kirchenaustritts und damit verbunden das Ausscheiden aus dem Dienst des Diakons als eine letztlich nach außen gerichtete, sorgfältig vorbereitete spektakuläre Aktion zu Lasten des Ansehens der katholischen Kirche geplant worden ist. Dies zeige insbesondere Jileks Einlassung, er wolle die Kirche derzeit noch nicht verlassen, weil er sonst „Sippenhaft“ für seine Frau und seinen Sohn befürchte, die beide im kirchlichen Dienst seien. Dieser Vorwurf müsse in aller Form zurückgewiesen werden.
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