Friedrich Cardinal Wetter Friedrich Cardinal Wetter
Function:
Archbishop of München und Freising, Germany
Title:
Cardinal Priest of S Stefano al Monte Celio
Birthdate:
Feb 20, 1928
Country:
Germany
Elevated:
May 25, 1985
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Am Leitbild von Ehe und Familie festhalten
Jan 30, 2006
Die gegenwärtige Gesellschaft „nimmt wieder mehr Notiz von Gott“, sagte der Münchner Erzbischof Kardinal Wetter beim Neujahrsempfang.

München (www.kath.net/ok, 21. Januar 2006) Bei der Familienförderung, die zu den wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft gehöre, müsse die Politik am Leitbild von Ehe und Familie festhalten. Dies forderte der Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, beim Neujahrsempfang der Erzdiözese am Freitag, 20. Januar, im Münchner Kardinal-Wendel-Haus. Von der Familie, „der Gemeinschaft von Vater, Mutter und Kindern“, hänge die Grundform ab, wie sich eine Gesellschaft gestalte. Sie sei eine von Gott vorgegebene Ordnung des Lebens und für die Zukunft von grundlegender Bedeutung.

In diesem Zusammenhang wandte sich der Kardinal gegen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen mit der Ehe. Er zitierte wörtlich Papst Benedikt XVI., der bereits vor einigen Jahren gesagt hatte: „Wenn es gar nicht mehr zählt, dass in einer Ehe, in einer Familie Mann und Frau sind, sondern wenn Gleichgeschlechtlichkeit dieser Beziehung gleichgestellt wird, dann wird auch der Grundtypus der Bauform des Menschseins verletzt.“ Nach den Worten des Papstes werde eine Gesellschaft, die eine solche Gleichstellung schaffe, auf Dauer vor große Probleme geraten.

Intakte Familien seien entscheidend für die Zukunft, erklärte Wetter. Diesem Ziel sei die Gesellschaft verpflichtet. Gleichzeitig sei es aber auch notwendig, sich für diejenigen einzusetzen, deren Lebensentwurf gescheitert sei oder zu scheitern drohe. Diese Menschen brauchten Hilfe.

Vernachlässigte Kinder, arbeitslose Jugendliche und kaputte Eltern- und Paarbeziehungen gefährdeten das soziale Leben und die Zukunft der Gesellschaft. Wo es nötig sei, müsse die außerfamiliäre Kinderbetreuung ausgebaut und finanziell gefördert werden. Aber die Kinder brauchten mehr als Betreuung, nämlich die Familie als Raum der Liebe, der Verlässlichkeit und Treue, der Geborgenheit und Zuwendung.

Die gegenwärtige Gesellschaft nimmt nach den Worten Wetters „wieder mehr Notiz von Gott“. Dies sei auch in der Literatur, in Filmen und in den Medien spürbar. Das Denken und Sprechen von Gott dürfe sich aber nicht in Sentimentalität auflösen. Christen bezeugten nicht religiöse Gefühle, sondern den Mensch gewordenen Sohn Gottes.

Der Kardinal appellierte an die Pfarreien, angesichts des Rückgangs bei den Priester- und Ordensberufen durch Gebet, Ermutigung und Engagement mitzuhelfen, in jungen Menschen die Bereitschaft für diese Berufe zu wecken. Auch das organisierte Laienapostolat „in der seit Jahrzehnten eingeführten Form von Räten auf Bistums-, Dekanats- und Pfarrebene“ ist nach den Worten des Kardinals auch künftig „gefragt und wichtig“.

Wörtlich sagte er: „Durch eine gute Zusammenarbeit von Priestern und Laien wird das Leben der Kirche bereichert.“ Der Kardinal forderte dazu auf, in der ehrenamtlichen freiwilligen Mitarbeit in Räten, Verbänden und Vereinen, im caritativ-sozialen Bereich wie auch in liturgischen Diensten nicht nachzulassen. An den kommenden Pfarrgemeinderatswahlen am 12. März sollten sich die Katholiken beteiligen.
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