Angelo Cardinal Sodano Angelo Cardinal Sodano
Function:
Former Secretary of State, Roman Curia
Title:
Cardinal Bishop of Suburbicarian See of Ostia
Birthdate:
Nov 23, 1927
Country:
Italy
Elevated:
Jun 28, 1991
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Altgedienter Diplomat des Vatikans
Apr 01, 2005
Das bischöfliche Pensionsalter von 75 Jahren hat er bereits überschritten. Doch den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Angelo Sodano am Ostersonntag, als er dem sprechunfähigen Papst bei der "päpstlichsten aller Messen" seine Stimme lieh und die Osterbotschaft verkündete.

(DER STANDARD, 28. März 2005) Der mächtige Staatssekretär des Vatikans tat damit vor vielen Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt unmissverständlich kund, wer nach Johannes Paul II. die Nummer zwei im Kirchenstaat ist. Wenige kennen das wechselhafte Spiel der Gleichgewichte und die Intrigen im Vatikan so gut wie Kardinal Sodano.

Als ihn der Papst vor 15 Jahren zum "Außenminister" und Nachfolger des legendären Staatssekretärs Agostino Casaroli berief, hatte er bereits eine diplomatische Bilderbuchkarriere hinter sich.

1927 im piemontesischen Isola d'Asti als zweites von sechs Kindern einer Landbesitzerfamilie geboren, trat er bereits 1959 in die Dienste des Heiligen Stuhls. Sein älterer Bruder wurde Ingenieur, der jüngere sowie die drei Schwestern waren im Lehrberuf tätig.

Nach dem Besuch der päpstlichen Diplomaten-Akademie ging Sodano mehrere Jahre nach Lateinamerika, bevor er 1977 von Paul VI. zum Nuntius in Chile ernannt wurde. Regimegegner kritisierten damals seine Nähe zur Militärdiktatur von Augusto Pinochet. Sodanos Vater Giovanni, der drei Legislaturen Abgeordneter im italienischen Parlament war und sich sehr für die katholische Landbevölkerung engagiert hatte, starb kurz vor der Ernennung des Sohns zum Kardinal im Jahr 1991.

Es war Sodano, der nach langen Jahren des Schweigens und Gesundredens das Tabu um einen Rücktritt des Papstes brach. "Der Heilige Vater wird nach seinem Gewissen entscheiden", erklärte der Staatssekretär im Februar.

"Er weiß, was zu tun ist", versicherte Sodano und handelte sich damit eine Rüge seines Rivalen Giovanni Battista Re ein. "Vom Rücktritt des Papstes zu sprechen zeugt von schlechtem Geschmack", kritisierte der Präfekt der Bischofskongregation.

Doch seit Sodanos Äußerung wollen die Gerüchte über einen Machtkampf im Vatikan nicht mehr verstummen. Der Staatssekretär und der einflussreiche Privatsekretär des Papstes, Stanislaw Dziwisz, seien "in allen wichtigen Fragen geteilter Meinung", berichten Kenner der Szene. Beide lieferten sich ein "permanentes Tauziehen".

Vatikan-Experten zweifeln, ob der spröde und wenig leutselige Sodano mit seinem geringen Charisma selbst als Nachfolger des Papstes infrage kommt. Er sei unter den Kardinälen zu wenig populär. Doch als Königsmacher wird der Diplomat mit fast 50-jähriger Vatikan-Erfahrung beim bevorstehenden Konklave mit Sicherheit eine wesentliche Rolle spielen.
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