Crescenzio Cardinal Sepe Crescenzio Cardinal Sepe
Function:
Archbishop of Napoli, Italy
Title:
Cardinal Deacon of Dio Padre misericordioso
Birthdate:
Jun 02, 1943
Country:
Italy
Elevated:
Feb 21, 2001
More information:
www.catholic-hierarchy.org
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German Keine Liebe ohne Gebet
Feb 09, 2006
Kardinal Crescenzio Sepe über "Deus caritas est" und die Mission: Das Gebet schützt vor zwei grundlegenden Gefahren.

ROM, 8. Februar 2006 (Zenit.org).- Die Liebe Gottes ist das Hauptmotiv, "das tausende Missionare dazu anspornt, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen und die Bequemlichkeiten der Familie und des eigenen Landes aufzugeben, um dorthin zu gehen, wohin sie der Hauch des Heiligen Geistes und die Liebe zu den Mitmenschen hintreibt", erklärt Kardinal Crescenzio Sepe, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, in einer Betrachtung, die von der Nachrichtenagentur seines Dikasteriums, "Fides", veröffentlicht wurde.

Die erste Enzyklika Benedikts XVI. bewertet der Kurienkardinal darin als "neue und erleuchtende Orientierungshilfe" für jede missionarische Tätigkeit, da es in ihr um die konkrete Ausübung des Gebots der Nächstenliebe geht.

Oft seien die Lebensbedingungen der Missionare "so dramatisch, dass man Gefahr läuft, sich vom leistungsorientierten Denken verleiten" zu lassen und in einen ermüdenden Aktivismus zu verfallen. Auf diese Weise unterwerfe man sich jedoch "den Gesetzen der heutigen Welt, die den Menschen nur nach seinem Handeln bewertet und auf der Grundlage dessen, was er in ihr leistet". Die göttliche Pädagogik, so fährt der Kardinal fort, sei vollkommen anders, und das werde unter anderem durch die 30 Jahre ersichtlich, in denen Jesus ein vollkommen verborgenes Leben führen wollte. In dieser langen Zeit, die den drei Jahren seines öffentlichen Wirkens vorausgingen, führte der Sohn Gottes ein unaufregendes "stilles Leben, das denen seiner Altersgenossen in allem ähnlich war" und das nach moderner Auffassung geradezu "unproduktiv" erscheinen müsse.

Diesbezüglich nennt es Kardinal Sepe einen großen "Segen, dass uns Papst Benedikt XVI. in seiner Enzyklika auch an die Bedeutung des Gebets erinnert: Wer betet, vergeudet nicht seine Zeit zu Lasten wichtigerer Dinge. Das Handeln des Missionars gründet auf dem Gebet, denn im Gebet findet die Begegnung mit der göttlichen Liebe statt, die ihm die Kraft des Heiligen gibt, der wiederum die Seele der Evangelisierungstätigkeit der Kirche ist. Alles, was die Missionare an materiellen Dingen verwirklichen können – Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime –, besitzt ein Fundament, wenn es auf dem Fels des Gebets aufgebaut wird. Nur in den Augen der Torheit bedeutet Beten, dem materiellen Handeln Zeit zu rauben." Eine solche Auffassung ist für Kardinal Sepe ein Zeichen von Anmaßung – "wer so denkt, ist der Ansicht, dass er das schaffen kann, was Gott nicht geschafft hat, und dies nur aus der eigenen schwachen Kraft.

Wie der Heilige Vater hervorhebt, kann die Begegnung mit Christus im Gebet, bei der Feier der Sakramente und bei der Meditation zwei grundlegende Gefahren abwenden: den Anspruch, alles selbst tun zu können, und die Resignation, nichts erreichen zu können."

Diesbezüglich erklärt der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker: "Wie viele Beispiele gibt es, angefangen bei der Schutzpatronin der Missionen, dafür, dass Missionare große Dinge geleistet haben, weil sie ihre Kraft und Inspiration aus dem Tabernakel und der Begegnung mit Christus schöpften. Nur auf diese Weise wird die Präsenz des Missionars unter Menschen, die leiden müssen, unter Kindern und Jugendlichen, die ausgebildet werden wollen, oder unter ausgegrenzten oder ausgebeuteten Frau zu einem Zeugnis des christlichen Lebens, zum Ausdruck jener Liebe zum Mitmenschen, die in der Liebe Gottes wurzelt, und nicht zu einem reinen Hilfsdienst verkommt."

Abschließend heißt es in der Betrachtung über Mission und "Deus caritas est": "Ohne Nächstenliebe und ohne Gebet kann es keine authentische Mission geben, die immer vollkommene und vorbehaltslose Hingabe an Gott und die Mitmenschen ist."
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